Sea Shepherd DE
Defending Galapagos
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Bedrohung der Umwelt auf den Galapagos-Inseln

Wilderei

Wir schätzen, dass an einem Tag zwischen 10 und 100 Meilen Longlines im Meeresreservat der Galapagos Inseln ausgebracht werden.Eine „Longline“ ist normalerweise eine einfädige Angelschnur. Auf den Galapagos-Inseln variiert die Länge dieser Leinen üblicherweise zwischen 1 und 10 Meilen, entlang derer Styorpor-Bojen oder Netzschwimmer aus Plastik befestigt sind. Alle hundert Meter ist eine zusätzliche Leine angebracht, die zwischen 15 oder 50 Meter in die Tiefe reicht.An dieser Zusatzleine sind Haken und Köder mit Tintenfisch, Fisch, Rochen oder in anderen Fällen, die wir aufgedeckt haben, mit frischem Delfinfleisch befestigt. Die Albatrosse können die Haken mit den Ködern aus der Luft sehen, und wenn sie danach tauchen, bleiben sie hängen und ertrinken.  

longlining
Sea Shepherd crew with confiscated
longline on board the
Farley Mowat,
Galapagos 2004

Andere Meeresbewohner sehen die Köder im Wasser und werden aufgespießt, wenn sie versuchen, sie zu fressen. Die Angelschnüre werden treibend von Schiffen ausgeworfen für eine Dauer von 12 bis 24 Stunden. Die meisten dieser Angeln werden eingesetzt, um Haie, Tunfische und Speerfische anzulocken. Langleinen sind der schwerwiegendste Faktor für die rapide Abnahme der Haifischpopulationen in den Meeren. Die Haie werden hauptsächlich wegen ihrer Flossen (die gerade einmal 4% ihres Körpergewichts ausmachen) und auch wegen ihrer Knorpel, Lebertran und Zähne gefangen. Die Langleinenfischer entfernen die Flossen der Haie und werfen die Haie dann zurück ins Meer, wo sie einen qualvollen Tod sterben. Unfähig zu schwimmen, sinken sie langsam auf den Meeresgrund, wo sie von anderen Fischen lebendig aufgefressen werden. Wenn die Langleinenfischerei nicht abgeschafft wird, werden innerhalb der nächsten 10 Jahre die meisten Haifischarten ausgerottet sein.

Der Galapagos National Park Service (GNPS) kontrolliert das Areal, doch ihnen steht nur eine sehr kleine Schiffsflotte zur Verfügung. Daher ist es ihnen nicht möglich, die Wilderei zu einzudämmen und zu stoppen. Abgesehen davon sind die verhängten Geldstrafen auch unglaublich niedrig, was das Risiko erwischt zu werden, wenig abschreckend macht. Sea Shepherd hilft hier auf verschiedene Weisen: indem Boote gespendet werden, qualifizierte Besatzungen engagiert und kontinuierlich neue Projekte entwickelt werden, die versuchen, das Problem von anderen Seiten anzugehen.

Die Brennpunkte der Wilderei liegen im Norden des Archipels, wo vorwiegend „Longline“- Fischer aus Costa Rica Jagd auf Haie machen. Südlich des Archipels findet ebenfalls massiv illegales Jagen nach Haifischflossen statt, sowie im Westen und Osten, wo Fischer vom Festland nach Tunfisch, Speerfisch und Haien fischen.

confiscated longlines
These lines will no longer
threaten the Marine Reserve

Der größte Teil der Langleinenfischerei findet nachts statt, und bei Tagesanbruch rücken die nicht-einheimischen Wilderer aus der 40-Meilen-Schutzzone ab, um einer Verhaftung zu entgehen. Sollten sie doch einmal festgesetzt werden, kommen sie oft nur mit einer Schutzgebühr davon.Das hängt leider mit der mangelnden juristischen Durchsetzungskraft auf den Galapagos-Inseln zusammen, was auf eine Gesetzgebung zurückzuführen ist, die dringend erneuert werden muss. Sea Shepherd arbeitet mit einem starken juristischen Team daran, dieses Problem anzugehen und diese Vorfälle strafrechtlich zu verfolgen. Denn grundsätzlich sind strafrechtliche Geldstrafen erheblich höher als die Geldbußen, die momentan verhängt werden und wirken wesentlich abschreckender auf etwaige Wilderer.

Außer der Langleinenfischerei gibt es eine große Anzahl kommerzieller Beutelnetzfischer, die in den Gewässern um das Galapagos-Meeresreservat agieren. Sie dringen alarmierend oft in den Nationalpark ein und geben vor, dringend mechanische oder medizinische Hilfe zu benötigen. Das Seerecht besagt, dass jedem in Not geratene Schiff 72 Stunden gewährt werden müssen, um Probleme zu beheben. Das ermöglicht den kommerziellen Thunfisch-Booten, ungehindert in den Nationalpark einzudringen. Einige der Schiffe wurden zweimal in einem Jahr gesichtet, was ihre Notlagen extrem unglaubwürdig macht.

Örtliche Fischer finden auch Thunfisch-Ortungsgeräte, die Schiffen zumeist aus süd – und zentralamerikanischen Ländern innerhalb des Meeresreservats gehören. Mehrere hundert dieser High-End-Geräte werden jedes Jahr geborgen. Die hohe Anzahl an Funden beweist, dass mit großer Wahrscheinlichkeit illegaler Thunfischfang im Meeresschutzgebiet stattfindet.

"Geisterleinen" sind ebenfalls eine große Bedrohung. Hierunter versteht man Angelschnüre,die irgendwie von dem Schiff, dass sie ausgebracht hat, abgedriftet sind. Sie werden zu großen Knäulen und fangen aller Art Meeresbewohner, die ahnungslos versuchen, an diesen Knäulen vorbei oder durch sie hindurch zu schwimmen.

Andere Formen der Wilderei

Seegurken - Obwohl sich ihr Vorkommen bereits stark vermindert hat, gibt es immer noch viele Wilderer, die mit ihnen Handel treiben. Um Seegurken zu finden, müssen die Wilderer entlegene Gegenden aufsuchen und in gefährliche Tiefen tauchen. Seegurken werden an den asiatischen Markt verkauft und werden in der chinesischen Medizin eingesetzt. Sie werden in Asien außerdem immer noch als eine Delikatesse betrachtet.

Seepferdchen - Wieder ist es die Nachfrage aus Asien, die dazu führt, dass diese Tiere abgeschlachtet werden. Sie werden zum Einen für ein Aphrodisiakum gehalten und andererseits für Sammler getrocknet. Seepferdchen gelten als vom Aussterben bedroht und jeder Fang ist strengstens verboten.

Seelöwenpenisse - Für die Seelöwenpenisse werden oft die großen Männchen ausgesucht. Durch das Entfernen der großen, dominanten Männchen aus kleinen Populationen wird die Verschlechterung des Genpools einer solchen Gruppe riskiert. Dies wiederum führt dazu, dass die Überlebenschancen dieser Gruppe sinken, da die Nachkommen weniger stark werden und leichtere Beute für Raubtiere wie Haie und Orkas sind.

boiled sea cucumber
boiled sea cucumber
sea lion penises and testicles
Seelöwenpenisse und Hoden

Erweiterungen der menschlichen Siedlungen

Puerto Ayora
Puerto Ayora

Die Bevölkerung der Galapagos-Inseln hat sich in den vergangenen zehn Jahren ungefähr verdoppelt und macht die Inseln damit zu der am schnellsten wachsenden Gegend Ecuadors. Unkontrollierte und illegale Immigration ist die Hauptursache für dieses Wachstum. Trotz erheblicher Verbesserungen in der Einwanderungspolitik und durchgeführter Abschiebungen illegaler Einwanderer, leben auf den Inseln immer noch Tausende unrechtmäßige Bewohner. Um den Leuten ein Dach über dem Kopf zu geben, wird die Besiedelung kontinuierlich erweitert, die sich durch alle bevölkerten Gebiete zieht.

Im Jahre 2009 trat der Galapagos National Park während seines 50jährigen Jubiläums dem Stadtrat ein Gebiet direkt vor der größten Stadt, Puerto Ayora, ab und erhielt im Gegenzug ein Stück Farmland von gleicher Größe. Auf den ersten Blick war das ein gutes Geschäft,

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traffic increasing in Galapagos

da das Gebiet des Nationalparks, das aufgegeben wurde von geringerer Qualität war als das Farmland. Jedoch bildet das neu erworbene Siedlungsgebiet eine Brücke zwischen bereits bestehenden Küstenstädten und verschiedenen kleinen Städten weiter im Hinterland und könnte als Grundstein für weitere Besiedlung dienen. Da Puerto Ayora bereits in ernstzunehmenden ökologischen Problemen steckt, wird eine zusätzliche Gemeinde diese Krise nur noch verstärken.

Die Geschwindigkeit, in der diese Erweiterungen stattfinden, ist so rasant, dass jeder Besucher, der fünf Jahre nach seinem letzten Besuch auf die Galapagos zurückkehrt, Schwierigkeiten haben wird, diesen Ort wiederzuerkennen. Bei dem aktuellen Bevölkerungswachstum werden die Galapagos-Inseln 2058 eine Bevölkerung von 1 Millionen Menschen haben. Das ist ohne Zweifel weit mehr als die Inseln ertragen können, da sie bereits jetzt an ihre Grenzen stoßen. Weitere Siedlungen werden zu immer größer werdender Zerstörung des Biotops führen und werden schlussendlich im Verschwinden des einzigartigen Lebens führen, das die Menschen einst auf die Inseln zog. Wenn die Siedlungserweiterung nicht besser kontrolliert wird, werden die Galapagos-Inseln bald nicht mehr sein als eine Gruppe nackter Felsen im Pazifik.

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Eingeschleppte Pflanzen und Tiere

Inzwischen gibt es auf den Galapagos-Inseln mehr eingeschleppte Pflanzen und Tiere als einheimische. Es gibt 750 Sorten eingeschleppte Pflanzen und 500 einheimische Pflanzen. Dies hat natürlich zum Verschwinden der einzigartigen Flora und Fauna geführt. Die blaufüßigen Tölpel und Meeresleguane, die früher Teil des alltäglichen Lebens auf den Straßen waren, sind nun von den Städten weggezogen. Katzen und Hunde sind auf den Inseln nicht erlaubt; nur die, die schon dort leben, dürfen bleiben. Und trotzdem gibt es dort jedes Jahr neue Hunderassen. Besonders beliebt ist der Husky wegen seiner blauen Augen. Völlig außer Acht gelassen, wird dabei die Tatsache, dass es sich beim Husky um einen Polarhund handelt. Reinrassige Hunde werden auf die Inseln geschmuggelt und an Züchter verkauft, die sie der Bevölkerung vor Ort verkaufen. Die Leute sortieren ihre alten nicht-reinrassigen Hunde aus wie ein kaputtes Spielzeug. Diese nicht-kastrierten Hunde enden streunend auf der Straße, vermehren sich unkontrollierbar und terrorisieren die heimischen Vogel- und Leguanpopulationen. Sea Shepherd hat Animal Balance geholfen, die Haustiere auf den Galapagos-Inseln zu kastrieren. Was als eine mehrjährige Kampagne geplant war bis alle Haustiere hätten kastriert sein sollen, wurde zu einer dauerhaften Notwendigkeit. Das unkontrollierte Schmuggeln und die Vermehrung und die mangelnde Bereitschaft der Behörden, etwas dagegen zu unternehmen, hat die Anzahl der Streuner effektiv ansteigen lassen. Ein zusätzliches Problem ist die dortige Kultur, denn es gilt als Frage der Männlichkeit, seinen Hund nicht kastrieren zu lassen. Nur Zwangskastration und strengere Kontrollen gegen Schmuggler werden dieses Problem lösen. Sea Shepherd arbeitet daran, genau das zu erreichen. Obwohl für alle ankommenden kommerziellen Flüge eine Desinfektion stattfindet, bringen Frachtschiffe ihre insekten- und rattenverseuchten Ladungen immer noch ohne solche Maßnahmen auf die Inseln. Der Großteil der eingeschleppten Arten kommen auf diesem Weg.

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Tourism

Der Tourismus auf den Galapagos-Inseln ist von 7500 Touristen im Jahr 1974 auf 173000 im Jahre 2008 angestiegen. Mehr Touristen bedeuten mehr Menschen, die in der Tourismusbranche arbeiten, bedeuten mehr Einwohner, bedeuten mehr Probleme. Verschiedene Studien habe errechnet dass die Belastungsgrenze der Galapagos-Inseln bei weniger als 40000 Touristen pro Jahr liegt.

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Eins von vielen Touristenkreuzfahrtschiffen
auf den Galapagos-Inseln

Jeden Tag starten 6 Flüge vom Festland Richtung Galapagos-Inseln. Es gibt Pläne, eine weitere Airline starten zu lassen, das es zunehmend schwieriger wird, an Tickets zu kommen. Andere Pläne sehen Flugverbindungen zu einer dritten Insel – Isabela- vor.

Eine immer größer werdende Flotte von Passagierschiffen bietet Kreuzfahrten zu den Galapagos-Inseln an. Einige davon erfüllen alle Umwelt- und Sicherheitsvorschriften und wiederum andere scheinen mühelos durch die Inspektionen schlüpfen zu können. Jedes Jahr sinkt eine bestimmte Anzahl Schiffe auf mysteriöse Weise, brennen aus oder laufen auf Grund und die Schiffseigner erheben Anspruch auf die Versicherungssumme. Abgesehen von den Gefahren für die Passagiere, ist dies auch ein großes ökologisches Problem.

Zunehmender Transport zwischen den bewohnten Inseln mit Schnellbooten verursacht eine höhere Sterblichkeitsrate beiden Meeresschildkröten die oft von diesen Booten gerammt werden.

 

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