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Sonntag, den 20. November 2011 um 12:21 Uhr

Delfine von der Welle des Todes an Japans Küste verschont

Kommentar von Captain Paul Watson

Dolphins spared from the wave of deathDas Erdbeben und der Tsunami vom 11. März waren eine schreckliche Tragödie für Japan. Tausende wurden getötet, noch mehr wurden verletzt und Hunderttausende wurden obdachlos. Es war eine Naturkatastrophe, die das Land in die Knie zwang und den Rest der Welt dazu aufrief, den Opfern in Japan zu Hilfe zu kommen.

Unsere Cove Guardians Crew war vor Ort und dokumentierte, wie das tosende schwarze Wasser alles vernichtete, was sich ihm in den Weg stellte. Sie sahen, wie eine gesamte Stadt innerhalb von Minuten vor ihren Augen zerstört wurde.

Sie waren dort, weil diese Stadt (zusammen mit einigen anderen) jedes Jahr Harpunenschiffe aussendet, um Delfine abzuschlachten; etwa 15.000 bis 20.000 pro Jahr.

Diese Welle des Todes, die jedes Jahr über die wehrlosen Delfine an Japans Küste hereinbricht, wurde aufgehalten, zumindest für dieses Jahr, während diese Städte sich um den eigenen Wiederaufbau bemühen.

Weder glaube ich, dass die Natur Unterschiede zwischen den Menschen macht, noch glaube ich daran, dass Karma für dieses Grauen, das die Japaner erleben mussten, verantwortlich ist. So ein Gedanke macht keinen Sinn. Japan liegt genau wie Christchurch in Neuseeland an der Nahtstelle zweier tektonischer Platten und das ist die Konsequenz für ein Leben am Rande des Feuers.

Einige Leute sind der Meinung, dass das japanische Volk genau das bekommen hat, was es für das alljährliche Abschlachten von Walen und Delfinen verdient hat. Das Problem bei diesem Standpunkt ist, dass nicht jeder in Japan an der Tötung von Walen und Delfinen oder der Vernichtung von Blauflossen-Thunfischen beteiligt ist. Das andere Problem ist die einfache Tatsache, dass die Natur zwischen den Menschen keine Unterschiede macht.

Allerdings kann die japanische Regierung für die nukleare Katastrophe und die Kernschmelze im Atomreaktor verantwortlich gemacht werden. Seit der Katastrophe hat die Regierung Japans ein unglaubliches Maß an Inkompetenz an den Tag gelegt, samt Vertuschung und dreisten Lügen über die Situation gegenüber dem japanischen Volk und der Welt.

Der Tsunami brachte die alljährliche Jagd auf Weißflankenschweinswale vor der Nordostküste Japans zum Erliegen, wenigstens in diesem Jahr.

Anfang November beginnt in Japan das jährliche Massaker an Weißflankenschweinswalen, das weltweit größte Abschlachten einer Walart überhaupt. Das Meer vor der Küste des Verwaltungsbezirks Iwate im Nordosten Japans wäre normalerweise um diese Zeit des Jahres rot gefärbt vom Blut dieser wehrlosen Schweinswale. Aber nicht in diesem Jahr.

Der Tsunami hatte verheerende Auswirkungen auf die Delfinjagd-Flotte und sie hat sich bis heute nicht davon erholt. Die Boote der Delfinkiller wurden wie Spielzeuge auf die Strände und die Straßen der Küstenstädte geschleudert.

Bis jetzt wurden bei diesem Blutbad jedes Jahr über 16.000 der sanftmütigen Schweinswale abgeschlachtet. Die Population dieser intelligenten und wunderschönen schwarz-weißen Tiere hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenommen, da es keinerlei Kontrollen der japanischen Fischer über die Anzahl der Tötungen gibt.

So sehr wir auch mit den Menschen in Japan mitfühlen, so müssen wir zugeben, dass die Zerstörung der mörderischen Flotte von Schweinswal tötenden Schiffen eine sehr positive Folge dieser Naturkatastrophe ist.

Andererseits hat das japanische Ministerium für Land- und Forstwirtschaft und Fischerei diese schlimme menschliche Tragödie ausgenutzt und 2,28 Milliarden Yen aus dem Budget zum Wiederaufbau nach dem Erdbeben dazu verwendet, die „stabile Ausführung“ des Walforschungsprogramms in der Antarktis (JARPA) sicherzustellen, von dem es behauptet, es diene der Restauration und Wiederbelebung des Walfanggebietes entlang der nordöstlichen Küste.

In den letzten zwei Jahrzehnten wurden über 300.000 der sanftmütigen Weißflankenschweinswale von japanischen Fischern getötet. Dieses Massaker führte dazu, dass die Menschen in Japan hunderttausende Tonnen vergiftetes Walfleisch konsumierten.

Im Jahr 1972 bestimmte das japanische Gesundheitsministerium in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation einen Grenzwert für den Methylquecksilbergehalt in Lebensmitteln aus dem Meer. Seltsamer- sowie praktischerweise gilt dieser Grenzwert nicht für Wale oder Delfine, obwohl sie die zulässigen Höchstwerte jedes Jahr überschreiten.

Im August 2005 veröffentlichten japanische Wissenschaftler eine Studie, in der nachgewiesen wurde, dass die durchschnittliche Konzentration von Methylquecksilber in sämtlichen Proben von Weißflankenschweinswalen dreieinhalb mal so hoch war wie der empfohlene Grenzwert.

Medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass es eine starke Verbindung zwischen Quecksilber in Walprodukten und einer Vielzahl von menschlichen Krankheiten gibt, darunter Parkinson, Arteriosklerose, Störungen des Immunsystems und Hypertonie. Gefahren für Kinder sind Autismus, Asperger-Syndrom und ADHS.

Neben der Rettung von 16.000 Delfinen in diesem Jahr hat der Tsunami möglicherweise auch sehr vielen Menschen in Japan das Leben gerettet, die sonst weiterhin das vergiftete Fleisch gegessen hätten.

Es scheint als hätte der Tsunami vom 11. März die brutale Welle des Todes aufgehalten, die von den Küsten Japans entsandt wurde, um heißes Blut im Meer zu vergießen – jedenfalls für eine Weile.

Für die Delfine vor Japans Küste scheint der Tsunami ein Segen gewesen zu sein. Wir können nur hoffen, dass die Boote der Delfinkiller nicht repariert oder neu gebaut werden, aber leider werden Gelder aus den Tsunami/Erdbeben-Hilfsfonds dazu verwendet, die Walfang- und Delfintötungsindustrie wieder aufzubauen.

Daran hatten die Menschen auf der Welt bestimmt nicht gedacht, als sie Spenden schickten, um den Opfern der Katastrophe zu helfen. Es ist wirklich ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die großherzig spendeten und eine schändliche Zurschaustellung der Undankbarkeit seitens der japanischen Regierung.

 

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