Galapagos-Richter für den Fall Fer Mary vom Dienst suspendiert
Tote Haie. Foto: Tim WattersLetzte Woche haben lokale und national ecuadorianische Nachrichten ausführlich über die Suspendierung des für den als Fer Mary bekannten Fall zuständigen Richters auf den Galapagosinseln berichtet. Dieses gewerbliche Fischereischiff wurde im vergangenen Juli innerhalb des Galapagos-Meeresschutzgebiets mit mehr als 350 toten Haien aufgegriffen. Der Fall machte das ganze Jahr über Schlagzeilen, nicht nur wegen des illegalen Fangs geschützter Arten in einem Meereschutzgebiet, sondern auch wegen der dürftigen strafrechtlichen Konsequenzen, die ihm durch die lokale Rechtsprechung zuteil wurden. Sie hat im Endeffekt alle weiteren Verfahren eingestellt.
Nationalen Presseberichten zufolge steht die von nationalen Justizbehörden verfügte Suspendierung des Richters in Zusammenhang mit den von ihm getroffenen Entscheidungen im Fall Fer Mary. Dies ist ein bedeutender Fortschritt in der Anwendung der Umweltschutzgesetze, der die zunehmende Besorgnis der nationalen Rechtsbehörden in Hinblick auf den Umgang des Rechtssystems von Galapagos mit Umweltverstößen widerspiegelt, insbesondere, wenn es um das Durchgreifen der Justiz und um ordnungsgemäße Verfahren geht.
Hammerhaie im Galapagos-Meeresschutzgebiet. Foto: Nicolás VeraNach ecuadorianischem Recht wird die Suspendierung eines Richters in schwerwiegenden und dringenden Fällen vorgenommen. Eine solche Suspendierung hat eine Dauer von 90 Tagen, während derer die Richter keinen Zutritt zu ihrem Amtszimmer haben und die amtlichen Disziplinarverfahren gegen sie durchgeführt werden. Der Richter von den Galapagos-Inseln, der jetzt einem solchen Ermittlungsverfahren unterliegt, ist derselbe, der am 23. Dezember entschied, alle weiteren Verfahren im Fall Fer Mary einzustellen. Die ganze Geschichte.
Der ecuadorianischen Gesetzgebung zufolge gelten Haie als geschützte Art. Sie innerhalb des Galapagos-Meeresschutzgebiets zu fangen, gilt dem Gesetz von Galapagos und dem Strafgesetzbuch Ecuadors nach als Umweltverbrechen.
Sea Shepherd hat den Fall genau verfolgt. Im August 2011 hat Sea Shepherd eine Initiative gefördert, um im Namen der Haie vor Gericht zu gehen. In einer Gemeinschaftsaktion verschiedener Organisationen wurde im September 2011 ein Schriftsatz (Amicus Curiae) zur Verteidigung der innerhalb des Galapagos-Meeresschutzgebiets gefangenen Haie bei Gericht eingereicht. Der Amicus Curiae wird mit seiner Einlassung zur Verteidigung der prächtigen Haie, der mächtigsten Raubfische der Meere, den Ausschlag geben.
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